Die OGS
Das Ganztagskonzept der GGS Johannes-Schule in Frechen-Königsdorf.
Das Ganztagskonzept der GGS Johannes-Schule in Frechen-Königsdorf.
Konzept der OGS der Johannes-Schule Frechen-Königsdorf
Zielsetzung und Gestaltung des Unterrichts und darüber hinaus des Ganztages richten sich nach den aktuellen Vorgaben des Schulgesetzes sowie der Lehrpläne und Richtlinien des Landes Nordrheinwestfalen. Darin sind neben den fachlichen Kompetenzen auch die sozialen und persönlichen Fähigkeiten der Kinder festgehalten, die sowohl die LehrerInnen als auch das sozialpädagogische Personal bestmöglich fördern sollen.
Im Schulgesetz ist der Anspruch auf individuelle Förderung festgeschrieben:
„Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung.“(SchulG §1, Abs.1)
Diesem Grundsatz sind wir als Schule verpflichtet. Um den individuellen Lernbedürfnissen der Kinder gerecht zu werden gestaltet sich unser Lernangebot daher sehr vielfältig. Dem aktuellen konstruktiven Lernansatz folgend wird durch handlungs- und produktionsorientierte Lernarrangements das entdeckende Lernen gefördert. (vgl. auch die Richtlinien Grundschule 2008, S. 12ff)
Offene Unterrichtsformen, wie z.B. der Wochenplan oder das Stationenlernen räumen den Schülerinnen und Schülern Entscheidungsfreiräume für selbstständiges Arbeiten ein. Förder- und Forderstunden in Kleingruppen haben gleichermaßen Bedeutung bei der Begleitung der Kinder auf ihrem individuellen Lernweg.
Zum 01.08.2011 hat der als gemeinnützig anerkannte Verein „Schuloase
Rheinland e. V.“ die Organisation und Durchführung der Offenen Ganztagsschule übernommen.
Ziel des Vereins ist es eine rhythmische Tagesgestaltung mit regelmäßig wiederkehrenden Schwerpunkten zu ermöglichen. Die außerunterrichtlichen Maßnahmen im Rahmen der Offenen Ganztagsschule umfassen bedarfsgerechte Betreuungs-, Förder- und Freizeitangebote.
In einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Trägerverein und dem Schulträger sind die Rahmenbedingungen zur Durchführung der OGS geregelt. Die Eltern schließen einen privatrechtlichen Vertrag mit dem Schulträger, der seinerseits die Elternbeiträge einzieht.
Im Rahmen der OGS werden die angemeldeten Kinder täglich bis 16.00 Uhr schul- und sozialpädagogisch begleitet.
Wir gehen von einem ganzheitlichen Bildungsverständnis aus, einem Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Es sollen Zeit und Raum gegeben sein, um die individuelle Persönlichkeit des Kindes auszuprägen und zu stärken. Im Rahmen einer ermutigenden Erziehung sollen die Kinder ihre Leistung, Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit sowie ihr Sozialverhalten und ihre Konfliktfähigkeit bestmöglich entwickeln können.
In Anlehnung an §2 SchulG (Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule) bilden die folgenden Gesichtspunkte Schwerpunkte unseres Erziehungs- und Bildungsverständnisses:
Die eben genannten Kennzeichen finden sich auch im Leitbild unserer Schule, wie es im Schulprogramm der Johannes-Schule verankert ist, wieder:
“Ich hoffe, dass du tolerant und friedliebend wirst.
Ich hoffe, dass du zu einer vernünftigen und gut ausgebildeten Person heranwächst.
Ich hoffe, dass du anderen nicht antun wirst, was du selbst nicht erleben willst.
Ich hoffe, dass du jede Menge Anlässe zum Lachen haben wirst....
Ich hoffe, dass du etwas zum Wissensschatz und zur Kultur der Menschheit beitragen wirst...“
( Meir Shalev, München 1999)
Aus diesem Leitbild lassen sich konkrete Forderungen und Wünsche an eine zukunftsweisende offene Ganztagsschule ableiten:
Unsere Schule soll ein Ort sein,
Um diese Ansprüche erfüllen zu können, muss unsere Schule Lern- und Lebensort sein. Sie braucht ein gestalterisches Umfeld, in dem alle Beteiligten – Kinder, Lehrerinnen und sozialpädagogische Kräfte – sich gerne aufhalten.
Beim Schulprofil der Johannes-Schule wird gegenwärtig bewusst auf eine einseitige Festlegung auf einen Schwerpunkt verzichtet. Unser Profil ist die Vielfalt ganz unterschiedlicher Angebote, sowohl im unterrichtlichen als auch im OGS-Bereich. So wird der unterschiedlichen Ausprägung verschiedenster Interessen, Begabungen und Förderbedarfen Rechnung getragen.
Ein wichtiges Element der OGS ist die Hausaufgabenbegleitung in der Lernzeit. Die Kinder erhalten die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben in einem festen Zeitrahmen unter fachkundiger Aufsicht selbstständig zu bearbeiten.
Unter der Voraussetzung, dass die vorgesehenen Lehrerstunden zur Verfügung gestellt werden, werden diese eingesetzt für:
Darüber hinaus gibt es ein vielfältiges Angebot in Zusammenarbeit mit einer Reihe außerschulischer Kooperationspartner. Die Kinder können Neigungsangebote wählen, die in Arbeitsgemeinschaften an bestimmten Tagen angeboten werden.
Die Anmeldung ist freiwillig, die Kinder sind aber verpflichtet, nach Anmeldung an der AG teilzunehmen.
Beispiele für solche Angebote von Lehrerinnen und/oder außerschulischen Partnern sind:
Durch die breite Palette von Angeboten soll erreicht werden, dass die Kinder ihren individuellen Neigungen nachkommen können, ihre Stärken optimal ausbauen können und so motiviert und freudig lernen – auch im Hinblick auf eine sinnvolle Freizeitgestaltung.
Unser Anliegen ist es, Lernangebote im Unterricht sowie im offenen Ganztag so zu gestalten, dass alle Kinder gemäß ihren individuellem Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert werden. In heterogenen Gruppen wird die Individualität der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt. Dies unterstützt und regt die Solidarität an. In der pädagogischen Arbeit werden die unterschiedlichen Lebenswelten und Erfahrungen der Kinder berücksichtigt. Wir achten auf eine Überwindung der Defizit- zugunsten einer Fähigkeitenorientierung.
Kinder wollen gefordert und (sollen) gemäß ihren Begabungen gefördert werden. Die Förderung eines jeden einzelnen Kindes in den Mittelpunkt von Schule zu rücken, bedeutet für uns:
Kinder brauchen für ihre Entwicklung verlässliche Strukturen mit verlässlichen Freiräumen, Raum für eigenständige Aktivitäten und Welterkundungen, auch in der Begegnung mit anderen Kindern. Kinder wollen Wissen und Können erwerben und benötigen dabei Unterstützung, Anleitung und Anerkennung durch die Erwachsenen.
Schule kann im Unterricht nicht alle Fähigkeiten und Begabungen erkennen und gleichermaßen fördern. Durch den Ganztag erweitern sich jedoch die Spielräume. Kinder, die in außerunterrichtlichen Angeboten neue Fähigkeiten entdecken oder besondere Begabungen entfalten können, entwickeln ein neues Selbstwertgefühl und werden dadurch auch im Unterricht erfolgreicher und nachhaltiger lernen.
Kinder mit besonderem Förderbedarf werden gezielt mit Hilfe von Förderplänen gefördert. Hierzu tauschen sich Fachlehrerinnen, Lehrerinnen im OGS-Einsatz, sozialpädagogische Fachkräfte und gegebenenfalls Fachkräfte in Kooperation (z.B. Logopädin) aus und arbeiten gezielt zusammen. Die aus dieser Zusammenarbeit erwachsenen Förderpläne werden sowohl im Unterricht als auch im Rahmen der OGS verfolgt. Die Eltern werden dadurch keinesfalls aus ihrer Verantwortung entlassen, wohl aber entlastet.
Ein wichtiger Aspekt unseres Schulprogramms ist der Umgang mit Konflikten und die Förderung der sozialen Entwicklung. Unterrichtliche Schwerpunkte zum Thema „Wege eines friedlichen Miteinanders“ werden mit dem Ganztag verzahnt, so dass die Kinder eine nachvollziehbare, konstante Lernumgebung zur Unterstützung des sozialen Lernens in ihren Gruppen vorfinden. Es ist selbstverständlich, dass die Schulregeln sowohl im unterrichtlichen als auch im außerunterrichtlichen Bereich gelten.
Alle Kinder, die im offenen Ganztag angemeldet sind, erleben den Alltag durchgängig als Einheit von Leben und Lernen in der Schule. Dies trifft insbesondere für die reinen OGS-Klassen zu. Die Klassenräume werden künftig den ganzen Tag über wichtige Anlaufstelle sein und müssen daher als Lern- und Lebensraum eingerichtet sein. Um diese Funktion zu erfüllen, müssen sie ausreichend groß dimensioniert sein und unterschiedliche Funktionsecken beherbergen. Weitere Räume in Klassenraumgröße sowie Räume für kleinere Gruppen, die alle verschiedene Funktionen erfüllen können, ergänzen die Klassenräume.
In den reinen OGS-Klassen bleibt der Klassenverband über den ganzen Tag hinweg erhalten. Klassenlehrerin und Gruppenleiterin bilden ein Team, das eng und auf Augenhöhe zusammenarbeitet. Gemeinsam verbringen sie unterrichtliche und außerunterrichtliche Zeit mit den Kindern und stellen somit die wichtigsten Bezugspersonen für die OGS-Kinder dar. Dies eröffnet die Chance auf eine kindgemäße Rhythmisierung des Schultags, die besser ist als es der herkömmliche Schulhalbtag bieten kann. Anstelle von „Lernen“ am Vormittag und „Freizeit“ am Nachmittag können unterrichtliche Aktivitäten (Konzentration) und freizeitpädagogische Aktivitäten (Entspannung, Spiel, Bewegung) im Laufe des Tages gemäß den kindlichen Bedürfnissen abwechseln.
Im Schuljahr 2006/07 startete die OGS Königsdorf mit drei Gruppen, die in teils neu errichteten Räumen (Pavillon) untergebracht waren. Es wurde das sog. additive Modell verwirklicht, d.h., die Kinder hielten sich vormittags in ihren Klassen- bzw. Fachräumen und nachmittags in den OGS-Räumen auf. Die Kinder hatten somit zwei verschiedene Lebenswelten in der Schule. Mit der starken Erweiterung, die die OGS in den darauf folgenden Jahren wegen des ständig steigenden Bedarfs an Plätzen erfuhr, wurde es immer schwieriger, zusätzliche Räume zu finden. So wurden die Klassenräume auch im Nachmittagsbereich immer stärker genutzt.
Dies führte zwangsläufig zu einem Umdenken in der OGS-Konzeption, das forciert wurde durch die Neufassung des OGS-Erlasses der Landesregierung vom 23.12.2010 (vgl. Bass 12-63 Nr.2, Abs. 3). Gefordert wird dort unter anderem:
- „ein verlässliches Zeitraster und eine sinnvoll rhythmisierte Verteilung von Lernzeiten auf den Vormittag und den Nachmittag, auch unter neuer Entwicklung der Stundentaktung,
- Die Öffnung von Schule zum Sozialraum und die Zusammenarbeit mit den dort Tätigen Akteuren „auf Augenhöhe“, …..
- Ein angemessenes Gleichgewicht von Anspannung und Entspannung mit entsprechenden Ruhe- und Erholungsphasen und von Kindern… frei gestaltbaren Zeiten“
Aufgabe ist es nunmehr, neben einem pädagogischen ein Raumkonzept zu erstellen, das den pädagogischen Vorgaben, wie sie in Punkt 1 ansatzweise beschrieben wurden ebenso Rechnung trägt wie den finanziellen Möglichkeiten des Schulträgers.
Eltern, deren Kinder die OGS besuchen, sind in der Regel berufstätig und deshalb auf eine verlässliche zeitliche Struktur angewiesen. Gemäß dem OGS-Erlass gelten an der OGS Johannes-Schule folgende Öffnungszeiten:
- An Unterrichtstagen vom Unterrichtsende bis 16.00 Uhr, Anwesenheitspflicht ist bis 15.00 Uhr
- Der Betreuungsbedarf vor Beginn des Unterrichts wird alljährlich abgefragt und entsprechend bedient
- Ebenso wird verfahren bei beweglichen Ferientagen
- Während der Schulferien gibt es wochenweise Angebote mit thematischen, in der Regel sportlichen Schwerpunkten. Diese Angebote werden in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt veröffentlicht und bedürfen der vorherigen Anmeldung.
Mit der Übernahme der „Schuloase“ als Trägerverein wurde vereinbart, dass jede OGS-Gruppe eine Gruppenleiterin als Hauptansprechpartnerin hat. Darüber hinaus gibt es – je nach Beschäftigungsumfang – ein bis zwei weitere Kräfte in der Gruppe. In den besonders frequentierten Zeiten (nach Unterrichtsende bis 15.00 Uhr) sollen immer zwei Kräfte in jeder Gruppe sein.
Hauptansprechpartnerin für den Trägerverein und die Schulleitung ist die OGS-Koordinatorin. Sie ist für die Organisation des Tagesablaufs in der OGS verantwortlich und leitet die regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen. An den Teamsitzungen sollen nach Möglichkeit eine Vertreterin der Schuloase und der Schulleitung teilnehmen.
Im Rahmen des zukunftsorientierten Projekts der Erkundung von Verzahnungsmöglichkeiten arbeiten die Gruppenleiterinnen der OGS-Klassen besonders eng mit den jeweiligen Klassenlehrerinnen zusammen (vgl. Punkt 2.5)
Die einzelnen Gruppen sollen vorzugsweise als OGS-Klassen gebildet werden. Solange dies noch nicht durchgehend realisierbar ist, werden nach Möglichkeit Gruppen auf Jahrgangsebene gebildet. Dies erleichtert die Unterstützung bei der Betreuung der Hausaufgaben und erleichtert die Festigung des Wir-Gefühls innerhalb der Gruppen, weil die Kinder einer Jahrgangsstufe sich in der Regel aus dem Unterricht kennen.
Auch das gemeinsame Mittagessen soll dazu beitragen, dass die Kinder ihre Gruppe als Gemeinschaft erleben (vgl. Punkt 1.3.1). Deshalb legen wir Wert darauf, dass die ganze Gruppe gemeinsam zum Mittagessen geht, sich gemeinsam „guten Appetit“ wünscht und das Mittagessen gemeinsam beginnt und beendet. Bei Gruppen aus mehreren Klassen ist dies so weit als möglich in Stundenplan zu berücksichtigen.
Ausschließlich in reinen Ganztagsklassen ist es möglich, den Unterricht auf Vor- und Nachmittag zu verteilen. Stunden im Klassenverband und offene Angebote, Konzentrations- und Entspannungsphasen können so abwechseln. Schulisches Lernen ist nicht mehr in konzentrierter Form auf den Vormittag beschränkt. Statt bis zu sechs Stunden Anspannung hintereinander kann nach vier Unterrichtsstunden eine längere Mittagspause eingelegt werden und zwei weitere Unterrichtsstunden auf den Nachmittag verlegt werden. Weiterhin ist denkbar, dass auch im Vormittagsbereich ein sozialpädagogischer Block (im Umfang von ein bis zwei Unterrichtsstunden) eingebaut wird und für die individuelle Lernzeit (vgl. Punkt 2.5) genutzt wird. Diese und weitere denkbare Organisationsformen der Rhythmisierung gilt es zu erproben und dann zu evaluieren.
Dies setzt die Bereitschaft aller beteiligten Erwachsenen zu flexiblen Arbeitszeiten voraus. Vor allem für Lehrerinnen bedeutet dies ein vermehrter Einsatz im Nachmittagsbereich.
Mehr Zeit in der Offenen Ganztagsschule verstehen wir als Chance für eine Gestaltung des Schulalltags mit Phasen der Anspannung und Entspannung sowie individuellen und gemeinsamen Zeiten. Die zeitliche Tagesstruktur ist rhythmisiert und verzahnt die unterrichtlichen Aktivitäten mit den freizeitpädagogischen Aktivitäten entsprechend dem Biorhythmus der Kinder.
Grundlegendes Merkmal unserer Offenen Ganztagsschule soll eine für alle verpflichtende Vernetzung von Schul- und Sozialpädagogik sein. Dies wird am besten in reinen Ganztagsklassen gelingen. Aber auch in gemischten Klassen ist eine optimale Kommunikation zwischen allen Beteiligten unumgänglich.
Dafür gilt es Strukturen zu schaffen, z.B. regelmäßiges Teamgespräch, Teilnahme an Lehrerkonferenzen, gemeinsame Fortbildungen, Feste und Gesprächskreise, gemeinsame Projekte planen und durchführen.
In reinen OGS-Klassen bilden Klassenlehrerin und mindestens eine Mitarbeiterin des Betreuerteams der Klasse ein Kooperationsteam. In einer festgelegten Anzahl von Stunden findet im Stundenplan verankerte Teamarbeit statt. Diese kann genutzt werden zur Differenzierung, zur Projektarbeit, für aufwändige Vorhaben. Im Unterricht angeregte Themen können im außerunterrichtlichen Schulbereich fortgesetzt, vertieft oder mit weiteren Schwerpunkten versehen werden. Enger Austausch und gemeinsame Planung und Gestaltung des Tages ermöglichen die Verzahnung von Schul- und Sozialpädagogik.
Voraussetzung dafür ist, dass die Angebote am Nachmittag flexibel durchgeführt werden können, d.h. es muss genügend unverplante Zeit zur Verfügung stehen. Dann sind beispielsweise auch außerschulische Lernorte geeignet, um Inhalte des Unterrichts im Nachmittagsbereich zu ergänzen.
Auch der umgekehrte Fall ist denkbar, dass nämlich Produkte aus dem Nachmittagsbereich Einfluss auf die Themen des Fachunterrichts nehmen.
Über den Schulalltag hinaus wird eine Vernetzung auch angestrebt bei besonderen „Events“ wie z.B. Projektwochen, Ausflügen, Klassenfahrten und Feiern im Jahreskreis. Mögliche Umsetzungsfelder sind z.B.
Ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal einer gelungenen Vernetzung ist der regelmäßige Austausch zwischen Lehrerinnen und sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen über Beobachtungen der Schülerinnen und Schüler
In reinen OGS-Klassen bleibt der Klassenverband über den ganzen Tag erhalten und die Kinder haben ein Team als Bezugspersonen, welche gemeinsam unterrichtliche und außerunterrichtliche Zeit mit den Kindern verbringen. Gemeinsam können die Kinder – neben allen strukturierten Freizeitangeboten – typischen Kinderbeschäftigungen nachgehen. So gewinnen sie im Zusammenspiel, beim Streiten, beim Versöhnen und Verhandeln viele Fähigkeiten. In der zeitlich stabilen Gruppe lernen die Kinder auf natürliche Weise sich abzustimmen, sich an Regeln zu halten und Fehler zu verzeihen. Gemeinsam spielen und Spaß haben festigt die Gemeinschaft und vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit.
Unser im Schulprogramm verankertes Konzept des friedlichen Miteinanders wird im ganzen Tag verfolgt. Als Beispiele seien genannt:
Alle Kolleginnen der Johannes-Schule gestalten ihren Unterricht so, dass die Kinder bestmöglich individuell gefördert werden.
Nachdem mittelfristig bis zu 80% der Schülerinnen und Schüler dem Ganztag angehören werden, muss unter der Prämisse des individualisierten Lernens das Konzept von „Hausaufgaben“ neu gedacht werden. Schon alleine der Begriff ist dann für die überwiegende Mehrheit der Kinder nicht mehr zutreffend, weil die wenigsten Aufgaben zu Hause erledigt werden. Der Begriff von „Lernzeiten“ erscheint hier treffender und wird sich noch durchsetzen müssen.
Allerdings geht es nicht nur darum, einen neuen Begriff zu verwenden. Vielmehr müssen sowohl in zeitlicher als auch in qualitativer Hinsicht neue Ansätze gefunden werden, um das individualisierte Lernen unserer Kinder weiter zu fördern. Diese zu entwickeln ist nur möglich in der Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Denkbare Ansätze, die mittelfristig erprobt werden sollen, sind:
Wichtig ist eine ausreichende Personaldecke. Dies gewährleistet, dass Kinder mit erhöhtem Förderbedarf gerade auch in den Lernzeiten gezielt gefördert werden können. Auch besonders begabte Kinder sollen auf diese Weise die Chance erhalten, noch besser gemäß ihren Fähigkeiten gefordert zu werden.
Eine derart gestaltete Lernzeit ist nur möglich, wenn ausreichend viele Förderräume zur Verfügung stehen, damit Lernen in Kleingruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten ungestört stattfinden kann.
Das Konzept des offenen Ganztags geht deutlich über ein Konzept der Betreuung hinaus. Dies wird durch die Verzahnung von Unterricht und sozialpädagogischen Maßnahmen (vgl. Punkt 2.3) deutlich und spiegelt sich auch im Angebot von Förder- Forder- und kulturellen Angeboten.
Diese Angebote werden möglich durch
- Den Einsatz von Lehrerstunden
- Projekte, die über besondere Projektmittel des Schulträgers finanziert werden
- Kooperationspartner
Über die Teilnahme an Forderangeboten entscheidet die pädagogische Leitung nach Rücksprache mit den sozialpädagogischen Fachkräften sowie den Lehrerinnen und gegebenenfalls den Eltern.
Alle anderen AG’s werden auf Wahlzetteln angeboten und sollen von den Kindern ausgewählt werden. Die Teilnahme an den AG’s ist dann jeweils für ein halbes Jahr verpflichtend.
- Hausaufgabenhilfe in 12 Gruppen, verteilt auf drei Tage, erteilt von Lehrerinnen
- Mathekünstler in zwei Gruppen, erteilt von einer Lehrerin
Als Kooperationspartner konnten wir gewinnen: Den Sportverein TuS Rot-Weiß Königsdorf, den Tennisverein Königsdorf, den Verein Kölsch Hätz , die Kinder- und Jugendsportschule NRW, die Logopädiepraxis Grothenhöfer sowie eine Reihe von qualifizierten Einzelpersonen. Aus dieser Zusammenarbeit resultieren folgende Angebote:
- Intensivförderung Deutsch
- Intensivförderung Mathe
- Große Kunst für kleine Künstler
- Töpferwerkstatt
- Holzwerkstatt
- Fitness-Sport
- Ballspiele
- Rhythmus und Tanz
- Capoeira
- Yoga
- Tennis
- Hausaufgaben-Einzelbetreuung
- Sport-Schach-Kurs
- Dance for kids (Hip Hop)
- Logopädische Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache
Abgesehen von den AG-Angeboten mit fester Struktur bieten auch die sozialpädagogischen Kräfte in den Gruppen situations- und jahreszeitbezogene Aktivitäten an. Außerdem sollen die Kinder ausreichend Gelegenheit zum freien Spiel haben (vgl. Punkt 1.3.1). Hier ist es die Aufgabe des OGS-Personals, zurückhaltend, aber präsent Aufsicht zu führen, mögliche gefährliche Situationen im Ansatz zu erkennen und zu unterbilden sowie gegebenenfalls die Kinder zur Konfliktlösung anzuhalten oder selbst als Konfliktmoderator zu fungieren.
„Gelungene Schularchitektur sowie eine qualitätsvolle Raumgestaltung und -ausstattung tragen sicher zu einer guten Ganztagsschule bei, in der sich alle Personen, Kinder wie Erwachsene, wohlfühlen.
Ihr Potenzial kann die räumliche Qualität jedoch erst entfalten, wenn der Zusammenhang zwischen Raum, Zeit und pädagogischen Generationsbeziehungen in seiner Bedeutung für die Veränderung des Schulraums erkannt und in konkrete Handlungen übersetzt wird.“ (Heike Deckert-Peaceman, Grundschulverband 2006)
Der aktuelle Schulentwicklungsplan von Mai 2011 erwartet eine steigende Schülerzahl der Johannes-Schule sowie einen Anstiegs an benötigten OGS-Plätzen. Deshalb hat der Rat hat in seiner Sitzung vom 19.07.2011 die Verwaltung beauftragt, in der Projektmaßnahme Johannes-Schule ein Raumprogramm anhand der Schulbaurichtlinien der Stadt Köln (Stand 2009) zu erarbeiten.
So soll eine pädagogisch sinnvolle Verzahnung von OGS und Unterricht im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft ermöglicht werden. Diese Chance gilt es durch eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit aller Beteiligten zu nutzen.
Die unter 3.1 und 3.2 dargelegten Gedanken sind noch unvollständig und nur als Diskussionsgrundlage zu verstehen. Sie sind nicht auf ihre Realisierbarkeit hin überprüft. Andererseits sollen sich aber die letztlich durchgeführten Baumaßnahmen an den hier vertretenen Ideen daran messen lassen.
Die Überwindung des additiven Modells (örtliche Trennung und nebeneinander existierende Klassen- und OGS-Gruppenräume) bedeutet für unsere Schule nicht automatisch eine Reduktion der zur Verfügung Fläche (= Klassenraum plus OGS-Raum). Das ist darin begründet, dass die derzeitige Größe der bestehenden Klassenräume bei Weitem nicht an die Maßgaben der Kölner Schulbaurichtlinien heranreicht.
Über die für den OGS-Bedarf erweiterten Klassenräume hinaus sind eine Reihe von teils multifunktional nutzbaren Räumen notwendig, die zum Teil im Bestand vorhanden sind und erhalten bleiben sollten (mit * gekennzeichnet):
Der sog. Altbau ist erweiterungsfähig, indem Durchbrüche zum ehemaligen Hausmeistertrakt durchgeführt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass möglicherweise einzubauende Verbindungstüren zwischen den ursprünglichen Klassenräumen und dem neu gewonnenen Raum offen bleiben dürfen und auch von Kindern leicht zu bedienen sind. So können die Klassenräume im Erdgeschoss und im 1. OG (jeweils 2), die an den Hausmeistertrakt angrenzen, erweitert werden. Die Fläche, die dadurch pro Klassenraum entsteht, ist sicher etwas größer als die vorgeschlagenen 88qm (=72 qm Klassengröße + 16 qm anteiliger Gruppenraum). Durch Trennwände lassen sich weitere kleinere Räume schaffen, die je nach Bedarf und weiterer Überlegung als Material- Förder- oder Sprechräume oder Lehrerarbeitsplätze zu nutzen sind. Eine ähnliche Lösung lässt sich für die beiden anderen Räume im 1. OG denken. Auch hier kann möglicherweise durch den Einbau von Türen und Glasbereichen auf der einen Seiten ein Raum vergrößert werden und ein dadurch entstandenes „Zuviel“ an Raum durch (mobile) Wände abgetrennt und einer weiteren, möglicherweise multifunktionalen Nutzung zugeführt werden.
Im sog. Neubau besteht vermutlich die Möglichkeit, den mittleren Klassenraum auf den langen Fluren mittels Durchbrüchen und Trennwänden aufzuteilen und so Klassengrößen zu erreichen, die die Vorgaben der Kölner Schulbaurichtlinien erfüllen. Auch hier bietet es sich möglicherweise an, über die Vorgaben hinausgehende Flächen für weitere Funktionsräume zu nutzen.
Bei einem Umbau ist darauf zu achten, dass momentan bestehende Nachteile der gegenwärtigen Flurgestaltung behoben werden:
Sicher bietet eine durchdachte Möblierung der erweiterten Klassenräume eine Chance, Räume so zu gestalten, dass alle Beteiligten (und vor allem die Kinder) sich gerne auch über den Unterricht hinaus dort aufhalten:
Der neu zu bauende Trakt bietet die Chance einer zukunftsweisenden Architektur. Hier sollen großzügig gestaltete Klasseräume mit angrenzenden, integrierbaren Gruppenräumen einplant werden. Zusätzlich sollte auf dieser Ebene Raum eingeplant werden, der als Vorbereitungsraum und Kommunikationsraum für die Lehrerinnen und sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen zu nutzen ist. Darüber hinaus ist auf jeder Ebene ein Materialraum einzurichten.
Es ist wichtig, dass die Räume hell und lichtdurchflutet sind, ohne dass sie sich bei Sonneneinstrahlung aufheizen.
Nach Möglichkeit sollten in den großzügig angelegten Fluren klappbare Tische und Sitze eingebaut werden, die z.B. zur individuellen Förderung genutzt werden können.
Über ein Nutzungskonzept der neu zu gestaltenden Aula und Mensa muss noch Einigkeit erzielt werden.
Der jetzige Verwaltungsbereich wird nach dem derzeitigen Stand der Diskussion abgerissen. Unabhängig davon, ob die Verwaltung im Neubau integriert wird oder im Bestand integriert wird, gelten folgende Notwendigkeiten:
Den Kindern, Eltern, Lehrerinnen und OGS-Mitarbeiterinnen in der Johannes-Schule steht eine aufregende und unruhige Zeit bevor. Nach Abschluss der Baumaßnahmen soll eine zukunftsweisende Raumgestaltung einhergehen mit einer gelebten Verzahnung von Unterricht und Bildung im Ganztag. Das ist sicherlich eine weit reichende Vision. Sie wird gelingen, wenn alle Beteiligten Gelegenheit haben, ihre Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse einzubringen und Entscheidungen frühzeitig transparent gemacht werden.