Aus der Geschichte unserer Schule

Erst in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurden die Schulverhältnisse einheitlich geregelt. So besuchten Kinder aus Großkönigsdorf bis 1838 eine Schule in Buschbell. Als erste Königsdorfer Schule diente der Tanzsaal der Wirtschaft Schiefer (heute: Farben-Noll). Ein eigenes Schulgebäude wurde an der Aachener Straße errichtet. Das Gebäude beherbergt heute einen  Friseursalon.  Während des Baus der Eisenbahnlinie wurden dort in zwei Klassen 120 Kinder unterrichtet.

Die Kinder von Kleinkönigsdorf mussten bis 1864 zu Fuß bis nach Brauweiler gehen, um am Unterricht teilzunehmen. Danach wurde eine kleine Schule in der heutigen Waldstraße gebaut, die abgerissen wurde, um Platz für den Wohnpark mit dem Kindergarten „Spatzennest“ zu schaffen.

1907

Als die Schule an der Aachener Straße zu klein wurde, plante man den Neubau einer Schule, die zwischen Klein- und Großkönigsdorf liegen sollte. So entstand der älteste Teil unseres Altbaus, der 1907 eingeweiht wurde. Neben vier Klassenräumen, in denen anfänglich 244 Kinder unterrichtet wurden, gab es auch einen Gebäudeteil mit  zwei Lehrerwohnungen. Erster Hauptlehrer an dieser Schule war Matthias Bauer.

1927

Über die Zeit des ersten Weltkrieges und die schwierige Nachkriegszeit enthält die Schulchronik keine Hinweise. Kinder von Groß- und Kleinkönigsdorf wurden nach dem Krieg gemeinsam in unserem Schulgebäude unterrichtet, sodass die Kleinkönigsdorfer Schule nicht mehr benutzt wurde.

In den Zwanziger Jahren wurden an Schulen erstmals zahnärztliche Reihenuntersuchungen durchgeführt. Diese Vorsorgemaßnahme wird auch heute noch durchgeführt – mit dem Unterschied, dass damals bei Bedarf und mit Einverständnis der Eltern die Zähne in einer „fahrbaren Zahnklinik“ gleich behandelt wurden. Diese Praxis bestand bis in die Fünfziger Jahre.

1945

Auch über die Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges ist keine Chronik mehr erhalten. Fest steht, dass die Schule im letzten Kriegsjahr geschlossen war und am 6. September 1945 wieder eröffnet wurde. 170 Kinder der ersten vier Jahrgänge wurden von Rektor Josef Bergfelder und drei weiteren Lehrerinnen unterrichtet. Kurz darauf, am 23. Oktober 1945 genehmigte die Militärregierung auch die Aufnahme des Unterrichts für die Klassen fünf bis acht. Am 11. November 1945 wurde schließlich die Tradition des Martinszuges wieder aufgenommen. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung feierte die Schule das Martinsfest.

1949

Zu Ostern stieg die Schülerzahl stark an. 403 Schüler mussten in nur vier Klassenräumen unterrichtet werden. Um dies zu ermöglichen, fand der Unterricht abwechselnd morgens und nachmittags statt. Auch in jener Zeit wurden schon Neuerungen eher skeptisch aufgenommen, wie der Chronist zu berichten weiß:

„Im ersten Schuljahr wird zum ersten Male nach der Ganzheitsmethode gearbeitet (....). Die Lehrer und Lehrerinnen der Schulneulinge wurden in den vergangenen Monaten (....) geschult. Sie paßt sich der ganzheitlichen Auffassungsweise der Kinder dieser Altersstufe an, findet jedoch zunächst trotz vorheriger Belehrung bei den Eltern nicht das richtige Verständnis, da sie stark von den gewohnten Unterrichtsmethoden abweicht.“

Leider ist nicht überliefert, worauf genau sich diese Methode bezieht.

1952

Die wachsenden Schülerzahlen machten eine Erweiterung des Schulgebäudes unvermeidlich.

„Kinder und ihre Lehrer und Lehrrinnen freuen sich über den Beginn des Baus, nicht minder aber die Eltern, weil endlich in absehbarer Zeit das Zweischichtensystem, das viel Unruhe in Schule und Elternhaus hineintrug, beendet ist und eine ersprießlichere Bildungsarbeit gewährleistet wird.“

Am 7. Mai 1952 wurde der Erweiterungsbau seiner Bestimmung übergeben.

Die Sommerferien wurden in diesem Jahr um 14 Tage verlängert, um ein Ausbreiten der Kinderlähmung zu vermeiden (Erlass des Kultusministeriums).

Im selben Jahr wurde das „Erste Gesetz zur Ordnung des Schulwesens im Land NRW erlassen. In diesem Zusammenhang führten alle Schulen Klassen- und Schulpflegschaften ein. Seither wird alljährlich der Ablauf des Martinszugs in der Königsdorfer Schulpflegschaft besprochen.

Auch das Jugendschutzgesetz war ein wichtiges Thema der Fünfziger Jahre. Schule und Elternhäuser wurden aufgerufen, die Jugend vor „Schund und Schmutz“ zu bewahren.

1953

In Folge der Flüchtlingsströme aus dem Osten wuchs auch im katholischen Rheinland der Anteil der evangelischen Bevölkerung. So  wurde in zwei Klassenräume unserer Schule eine evangelische Volksschule eingerichtet, der der Hauptlehrer Herr Hammler vorstand. Vor allem Kinder aus mittellosen Flüchtlingsfamilien wurden hier unterrichtet.
Die katholische Schule mit Rektor Becker hatte sechs Klassen. Die Klassenfrequenz lag zu jener Zeit bei bis zu 45 Schülern. 1959 wurde die Klassenfrequenz per Erlass auf 40 herabgesetzt.

1960

wurde unsere Schulturnhalle erbaut.

Zwischen katholischer und evangelischer Schule kam es in der Folgezeit immer wieder zu gegenseitigen Vorwürfen und starken Spannungen. Die Schulpflegschaft der katholischen Volksschule schlug vor, für die evangelische Schule ein eigenes Gebäude zu errichten, um der eigenen Raumnot zu entgehen. Dieser Vorschlag wurde nicht umgesetzt. Trotz alle Spannungen gab es aber auch harmonische Momente, wie der Chronist beispielsweise über eine gemeinsame Feier zu berichten weiß: „Die Feier, die beide Kollegien vereinte, verlief sehr harmonisch und fröhlich. Es wurde beschlossen, zur Erinnerung die Etiketten der Weinflaschen in der Schulchronik aufzubewahren.“

1964

Herr Kraushaar übernahm die Leitung der evangelischen Volksschule, die zu diesem Zeitpunkt 78 Schüler hatte und zweiklassig geführt wurde: 1.-3. Schuljahr und 4.–8. Schuljahr. Die, wie man heute sagen würde, jahrgangsübergreifende Arbeit fiel ihm nicht leicht: „Um den verschiedenen Altersstufen gerecht zu werden, diktierte ich beispielsweise 2-3 Diktate zur selben Zeit.“

In den Sechziger Jahren wurde eine Partnerschaft zur belgischen Schule in Junkersdorf und zur belg. Gemeinde Diepenbeck ins Leben gerufen. Gemeinsame Feste und Schülerdarbietungen sollten der Völkerverständigung dienen und wurden jahrelang gestaltet. Den Schulchor aus Königsdorf leitete Lehrer Böttcher, später Herr Lammertink.

1964

Vom Dezember dieses Jahres berichtet der Chronist: „In der Zeit vom 9.-16. wurden im 4. 5. u. 7. Schulj. die gemäß einem Erlaß des Herrn Kultusministers einheitlich zu stellenden Aufgaben geschrieben.... Es handelte sich nicht um Prüfungsarbeiten; diese Arbeiten sollen vielmehr dem Lehrer einen Einblick in das Leistungsniveau seiner Klasse geben.“

Wenn uns das nicht bekannt vorkommt...

1966

Die Möglichkeiten, die der sich rasant entwickelnde Individualverkehr bietet, machte Königsdorf als Wohnort besonders attraktiv, und ein regelrechter Bauboom setzte ein. Steigende Schülerzahlen waren die Folge. So wurde die Schule 1966 ein zweites Mal erweitert.

Die Gemeindevertretung Lövenich, der Königsdorf vor der Gebietsreform 1972 angehörte, beschloss, die katholische Volksschule nach Papst Johannes XXIII. zu benennen. Der Alternativvorschlag „Kaiser-Karl-Schule“ (nach Karl, dem Großen) fand keine Mehrheit.

Im selben Jahr sprach sich die Schulpflegschaft der Johannes-Schule für die Beibehaltung der Bekenntnisschule aus.
In der Folgezeit kam es zu weiteren Spannungen zwischen evangelischer und katholischer Schule. Dabei spielten auch die jeweiligen Pflegschaften eine prägende Rolle.

1967

Nach lebhaften Diskussionen in der Schulpflegschaft wurde die evangelische Schule in eine Gemeinschaftsvolksschule umgewandelt, an der evangelische und katholische Kinder gemeinsam unterrichtet werden konnten. Die Pflegschaften der katholischen wie auch der Gemeinschaftsschule warben fortan mit Briefen an die Eltern der Schulkinder offensiv für ihre jeweilige Schule. Zum Schuljahr 1967/68 sollten laut Elternwunsch 191 Kinder die katholische und 191 Kinder die Gemeinschaftsschule besuchen. Somit wurden auch 100 katholische Kinder in der Gemeinschaftsschule unterrichtet.

1968

Nach der Änderung der Verfassung in Nordrhein-Westfalen traten am 1. März die neuen Schulgesetze in Kraft. Die ehemalige Volksschule wurde in zwei Systeme, Grundschule und Hauptschule geteilt. Die Grundschule verblieb in Königsdorf, die Hauptschule wurde in Weiden eingerichtet.

Die geburtenstarken Jahrgänge drängten in die Schulen, aber der Lehrernachwuchs blieb aus. So klagte der Chronist: „Die jungen Lehrerinnen von heute sind nicht mehr mit den ehelos gebliebenen Fräuleins vergangener Jahrzehnte zu vergleichen. Sie 'gehen weg wie warme Semmeln.' “

1969/70

Die Gemeinde Lövenich richtete ein Gymnasium ein. Da noch kein eigenes Gebäude vorhanden war, bezog das Gymnasium vier Klassenräume im Neubau unserer Schule. Im Laufe der folgenden Jahre wuchs die Schülerzahl so stark an, dass auf dem Schulgelände mehrere Pavillons aufgestellt wurden, damit der Schulbetrieb aufrechterhalten werden konnte. Insgesamt mussten über 900 Kinder untergebracht werden.

Gleichzeitig sank die Schülerzahl der katholischen Grundschule so weit ab, dass die Zahl der Schulkinder nicht mehr genügte, um einen ordnungsgemäßen Schulbetrieb durchzuführen. Deshalb wurden katholische und Gemeinschaftsgrundschule mit Beschluss vom 15.02.1971 zusammengelegt. Vom Schuljahr 1971/72 an gab es nur noch eine „Johannes-Schule, Gemeinschaftsgrundschule Königsdorf. Schulleiter war vorläufig Herr Heinen (ehemals katholische Schule), nachdem Herr Kraushaar (vorher Gemeinschaftsgrundschule) zur Albert-Schweizer-Schule versetzt wurde.

Zum Schuljahr 1972/73 übernahm Herr Griese als neuer Schulleiter  die Gemeinschaftsgrundschule.
Chancengleichheit war das große Schlagwort jener Zeit. Sie sollte unter anderem mit der Einführung des Schulkindergartens erreicht werden. „Spielendes Lernen“ hieß die Devise.

Ende des Schuljahres zog das Gymnasium nach Weiden in den dortigen Schulneubau um.

Im darauf folgenden Schuljahr fand die Schule für körperlich behinderte Kinder ihr Zuhause ebenfalls im Königsdorfer Schulgebäude. Bis 1982 war sie dort untergebracht.

1974

Mit der Zunahme des Individualverkehrs wurde der Schulweg für die Königsdorfer Kinder immer gefährlicher. Deshalb wurde ein Elternlotsendienst eingerichtet. Engagierte Eltern sorgen seitdem  an drei, später an vier gefährlichen Stellen für einen sicheren Schulweg.

1979/80

Durch die Initiative „kindgerechter Schulanfang“ sollte der Übergang vom Kindergarten zur Schule für die Schulneulinge erleichtert werden. In den Klassenräumen wurden Spielecken mit vielen Spielen und Bausteinen sowie Eigentumsfächer für die Kinder eingerichtet.

Die Klassenfrequenzen Ende der 70iger / Anfang der 80iger Jahre betrugen 22 bis 24 Schüler im Durchschnitt.

1985

Für die Grundschulen traten neue Richtlinien und Lehrpläne in Kraft, die in den folgenden Jahren vielfältige pädagogische Entwicklungen ermöglichten. So wurde an unserer Schule als Schreibschrift die vereinfachte Ausgangsschrift (VA) eingeführt, die für die Kinder leichter zu erlernen ist als die bisher übliche lateinische Ausgangsschrift.  Erste Versuche der Unterrichtsgestaltung unter Einbeziehung von Freiarbeit und Wochenplänen sollten die Kinder dazu anleiten, selbständig mit Lernmaterialien verschiedenster Art zu arbeiten.

2006

Im Jahr 2006 wird die Johannes-Schule Frechen-Königsdorf zur offenen Ganztagsschule. Für Schülerinnen und Schüler besteht nun nachmittags ein Betreuungsangebot und die Möglichkeit an Förder-, Forder- und Freizeitangeboten teilzunehmen. Dazu zählen auch das gemeinsame Mittagessen und die Hausaufgabenbetreuung.

2009

2009 treten die neuen und überarbeiteten Lehrpläne und Richtlinien des Landes NRW in Kraft. Sie bilden eine verbindliche Basis für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit in Grundschulen. In jedem Fach werden in einer übersichtlichen Zusammenstellung alle Kompetenzen aufgeführt, die von jeder Schülerin und jedem Schüler auf dem ihm oder ihr jeweils erreichbaren Niveau erwartet werden.

 


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