Vom Kindergarten zur Grundschule
Am Ende der Kindergartenzeit stellen sich viele Eltern die Frage:
„Ist mein Kind schulfähig?“
Neben dem Alter spielen dabei sechs verschiedene Komponenten eine Rolle.
1. Der Umgang ihres Kindes mit Aufgaben
Wie ausdauernd und eigenständig geht das Kind bei der Bewältigung von Aufgabenstellung vor und wie ist die Aufgabenorientierung. Diese drei Aspekte spielen beim Umgang mit Aufgaben eine Rolle.
Folgende Aspekte sind bei der Bewältigung von Aufgabenstellungen wichtig:
Ausdauer
Das schulfähige Kind …
- spielt/arbeitet ausdauernd
- arbeitet beharrlich auf ein Ziel hin
- kann sich über einen längeren Zeitraum hinweg konzentrieren
Eigenständigkeit
Das schulfähige Kind …
- führt Aufgaben ohne ständiges Feedback aus
- wird von sich aus aktiv
- vertieft sich in Aufgaben
Aufgabenorientierung
Das schulfähige Kind …
- lässt sich auf vorgegebene Aufgaben ein
- strengt sich an, um Aufgaben zu bewältigen
- bemüht sich um gute Ergebnisse
- ist durch Rückschläge nicht entmutigt
2. Die personale und soziale Kompetenz
Kommunikation, Kooperation und Selbstständigkeit sind die wesentlichen Elemente der personalen und sozialen Kompetenz.
Kommunikation
Das schulfähige Kind …
- geht auf andere zu
- nimmt Kontaktangebote anderer an
Kooperation
Das schulfähige Kind …
- kann Bedürfnisse aufschieben
- hilft und nimmt Hilfe an
- löst Konflikte gewaltfrei
- kann mit Leistungsanforderungen umgehen
- äußert Wünsche
- berücksichtigt Wünsche anderer
- setzt sich für seine Interessen ein
- hält Regeln ein
- geht Kompromisse ein
Selbstständigkeit
Das schulfähige Kind …
- kann sich alleine beschäftigen
- akzeptiert Lob und Kritik
- erträgt Enttäuschungen
- erträgt die Ablehnung von Wünschen
3. Die motorischen Fähigkeiten
Die verschiedenen Bewegungsabläufe werden der Grobmotorik und Feinmotorik zugeordnet.
Grobmotorik
Das schulfähige Kind …
- kann sich selbstständig an- und ausziehen
- kann Roller und Fahrrad fahren
- kann einen Ball auffangen
Feinmotorik
Das schulfähige Kind …
- kann einfache Formen sauber ausschneiden
- mit dem Stift Linien genau nachfahren
4. Die Wahrnehmung
Inwieweit sich ein Kind im Raum orientieren kann, hängt von seinen visuellen und auditiven
Fähigkeiten ab, aber auch von seiner persönlichen Körperwahrnehmung.
visuelle Wahrnehmung
Das schulfähige Kind …
- kann Formen und Farben unterscheiden
- kann Unterschiede und Übereinstimmungen feststellen
auditive Wahrnehmung
Das schulfähige Kind …
- kann Geräusche in der Umwelt orten und erkennen
- kann mündliche Anweisungen aufnehmen und umsetzen
Körperwahrnehmung
Das schulfähige Kind …
- kann die eigene Kraft im Spiel mit anderen einschätzen
Orientierung im Raum
Das schulfähige Kind …
- kann Raumlagen unterscheiden, z.B. links, rechts, oben, unten, vorn, hinten
5. Das elementare Wissen
Das elementare Wissen bezieht sich vor allem auf die Bereiche Mathematik und Deutsch.
Dazu zählen zum Beispiel die mündlichen Fähigkeiten - spricht das Kind in ganzen Sätzen und
kann es andere ausreden lassen.
Deutsch
Das schulfähige Kind …
spricht in ganzen Sätzen
- kann andere ausreden lassen
- kann kurz und treffend erzählen
- wendet grammatische Grundregeln an
- kann Wörter in Silben gliedern
- interessiert sich für Buchstaben
- hat Interesse am Umgang mit Büchern
Mathematik
Das schulfähige Kind …
- erkennt größer/kleiner bis 10
- Mengenerfassung bis 10
- Simultanerfassung bis 5
- spielerische Addition und Subtraktion bis 10
- Rechts-links-Orientierung
- klassifizieren:
findet alle roten, runden Steine
- Mengen vergleichen:
erkennt, dass die Anzahl dieselbe bleibt, wenn die Form oder die räumliche Anordnung geändert wird
- kennt Zahlwörter bis 20
6. Die gesundheitlichen Voraussetzungen
Bei der schulärztlichen Gesundheitsuntersuchung werden neben dem körperlichen Entwicklungsstand und schwerwiegenden Erkrankungen auch der Entwicklungsstand und das Seh- und Hörvermögen diagnostiziert.